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Montag, 19.02.2018, 21:55

OÖN- Redakteurin Julia Evers beschrieb höchst amüsant ihren Selbstversuch zum Thema „Internet- Fasten am Handy“. Zweimal „mußte“ sie anfangs schummeln, als sie eine Telefonnummer googelte und einmal für einer Wettervorhersage. Alles andere hätte sie etwas später, an einem stationären Schirm, erledigen können.

Im Verlauf des Experiments stellte sich heraus, dass man das Leben auch ohne Smartphone meistern kann, was sie eigentlich nicht erwartet hatte. Mich muss das natürlich erheitern, da ich gar kein Smartphone habe. Sie blätterte also wieder einmal in Prospekten und las ein Buch. Sie konnte im Stau nicht googeln, wie lang er dauern würde und beschrieb, dass der Stau ohne diese Information genauso lange dauert wie mit der Information.

Sie entsperrte das Handy nicht mehr 88 mal am Tag: (das ist die Zahl der täglichen Handy-Checks, die statistisch ermittelt wurde). Sie war nicht mehr unruhig, was ihr an Neuigkeiten und persönlichen Nachrichten entgehen könnte, sie fühlte sich geradezu tiefenentspannt. Also war ihr Resümee, das Experiment weiterzuempfehlen.

Es ist doch erstaunlich, mit welchem Aufwand man zu einer Lebensform zurückkehren kann, die vor wenigen Jahren noch selbstverständlich war und für viele von uns alltäglich.

bildquelle: burgenland.orf.at


Sonntag, 28.01.2018, 22:21

Die vergangene Woche ist laut Untersuchungen jene, in der sich das Scheitern von Neujahrsvorsätzen zum ersten Mal häuft. Viele Tiere, die unter dem Weihnachtsbaum waren, kommen ins Tierheim, verschenkte Fitnessgeräte werden auf Flohmarktseiten online gestellt.

Die OÖN untersuchte zum Jahreswechsel, welche Vorsätze heuer die gängigsten waren. Neben Abnehmen, mehr Bewegung, gesünderer Ernährung und dem Start in ein rauchfreies Leben war heuer Neues unter den ersten drei: "weniger Stress". Weiters unter den Top 10: "mehr Zeit für Freunde und Familie", was ja auch in diese Richtung geht.
Und ein totaler Newcomer unter den Neujahrsüberlegungen: "Handyfasten". In einigen Magazinen und Zeitungen gab es sogar schon die ersten Erfahrungsberichte davon zu lesen. Das Fazit war: unbedingt wiederholen, unbedingt weiter in das echte Leben eintauchen, nicht nur in das digitale.

Es ist also zu beobachten, daß uns diese Problematik unserer Zeit mehr und mehr bewußt wird. Vielleicht halten ja manch solche Vorsätze länger an…

Bildquelle: futter.kleinezeitung.at


Sonntag, 17.12.2017, 22:24

Zu Beginn meines Berufslebens war es ganz normal, nach einem ganzen Arbeitstag und einem aufreibenden Nachtdienst nach einer kurzen Frühstückspause weiterzuarbeiten. Das war auch in Ordnung, aber mit den Jahren steckt man das nicht mehr so leicht weg. Da war ich dann oft so übernächtigt, daß ich meine ganze Selbstbeherrschung einsetzen mußte, um nicht schroff zu sein. Kunden sind ja nicht immer sachlich, sondern mitunter schwierig, langwierig, etc. Das ist auch in Ordnung. Aber in dieser Situation schaffte ich es nur, keinen Kommentar abzugeben. Mehr nicht. Das hat man mir sicher auch angemerkt und in meinem Beruf sind diese Monsterdienste jetzt gottseidank Geschichte.

Andernorts beobachte ich an lieb gewordenen Kontaktpersonen, daß auch dort die Kompensation nicht mehr klappt. Ein Beispiel ist meine Reisebürobetreuung. Sie ist sehr beliebt und hat um vieles mehr Kunden hat als ihre Kollegen. Im Lauf der Zeit gab sie also immer mehr Dinge ab und hatte immer noch ein freundliches Wort oder ein Dankeschön übrig. In den letzten Jahren ist das nicht mehr so. Man hat eigentlich das Gefühl, zu stören. Bei der letzten Buchung fiel ihr nach der Verabschiedung noch ein, „hat mich gefreut“ anzuhängen, glaubwürdig war es nicht. Und ich bekam nicht einmal die Reiseunterlagen von ihr ausgehändigt obwohl sie im Dienst war und keine Kunden hatte.

In meinem Lieblingskleiderhaus ist die Chefin seit vielen Jahren nicht mehr im Kundendienst. Sie ist eine begnadete Modeberaterin, aber zumeist sehe ich sie erst an der Kasse. Da man sich nur zwei- dreimal im Jahr sieht, war immer Zeit für ein kleines Pläuschchen, mitunter eine Einladung oder ein kleines Präsent. Vor einigen Jahren startete sie eine Diät und wurde immer schlanker. Wie es in dem Zeitgeist entspricht, bekam sie viele Komplimente. In letzter Zeit scheint sie mir regelrecht dünn. Ein Lächeln oder eine kleine Konversation gab es schon lang nicht mehr. Anfangs schien noch „oje, stressig“ oder „viel zu tun.. – da muß die Chefin auch ran, passend, jetzt gibt’s nur ein lahmes Winken aus der Ferne.

Unsere Zeit wird immer schnelllebiger, zumeist sind Einsparungen und Gewinnsteigerungen die Maxime – aber was macht das aus den Betroffenen und – wie geht das weiter?

bildquelle: de.dreamstime.com


Sonntag, 26.11.2017, 23:22

In der „Madonna“ waren – aus aktuellem Anlass – schon vorige Woche Tipps, dem Weihnachtsstress zu entgehen.
Das Zauberwort heisst: Planung! Und im Grunde, alles so früh wie möglich zu erledigen, z.B.

Bis zur ersten Adventwoche schon überlegen, wer welches Geschenk bekommt- auch den Nikolaus bedenken!
Und am besten schon die Deko besorgen, Adventkalender und –kranz

In der zweiten Woche die Geschenke besorgen und jetzt schon Kekse backen

In der dritten Woche Geschenkspapier und –maschen checken

In der vierten Woche alle Zutaten für das Weihnachtsessen besorgen, in letzter Minute nur mehr die frischen Zutaten. Und last-minute-Käufe nicht in Stoßzeiten erledigen und Einkaufssamstage meiden.

Dazu sollte man sich jede Woche eine kleine Auszeit gönnen, wie eislaufen, Kino, Punsch und Sport.

Den besten Tipp las ich gestern von Meisterkoch Georg Essig (Linz): das Weihnachtsessen einmal probekochen! Denn da ist zumeist richtig Stress…

bildquelle: Frauenzimmer.de


Sonntag, 22.10.2017, 23:18

Einige Feiertage kommen wieder auf uns zu. Manche sind auch schon dabei, nochmals ein paar Tage in der Sonne zu planen.

Und mit den heutigen, flexiblen Arbeitszeiten haben viele von uns auch immer wieder einen freien Tag. In einem Beruf mit Wochenend- und Nachtdiensten hatte ich auch solche. Und die waren immer angefüllt mit Erledigungen.
Also aufstehen mit Wecker, hoffen, daß der Termin pünktlich zu Ende ist, damit die Parkplatzsuche zum nächsten Termin klappen kann etc. etc..

Eines Tages ergab sich die Situation, mit einem Energetiker darüber zu sprechen. Dieser erklärte mit, daß ein freier Tag eigentlich ein Glück ist und nicht so eine Taktung bewirken sollte. Ideal für den Kräftehaushalt wäre es, ohne Wecker aufzuwachen und zu spüren, wonach ein Bedürfnis ist. Nach Sonne? Nach Bewegung im Freien? Einem Tag in der Therme oder einem gemütlichen Kaffee mit der Nachbarin?

Und wenn ich dann etwa auf die geplante Massage verzichte, die ich ja auch pünktlich antreten muß, solle ich überlegen, ob Ruhe, Muße und das Ausleben eines Bedürfnisses diese nicht leicht aufwiegt.

Ähnlich sah es Primaria Herta Mayr vom Neuromed Campus Linz beim Interview in der Gesundheitsbeilage der OÖN. Es ist nicht ratsam, sich im Urlaub Erlebnis- und Leistungsdruck aufzuerlegen. Etwa zu planen, was man an welchem Tag besichtigen wird oder an welchem Sportkurs man teilnehmen wird. Lieber Ruhe und hineinhorchen auf Bedürfnisse, besonders weil man das mitunter längst verlernt hat.

Der Schlüssel ist also immer unverplante Zeit, die man spontan verlebt..

bildquelle: fotocommunity.de


Freitag, 08.09.2017, 17:49

Hallo Ihr Lieben! Mich gibt es noch - ich konnte leider 4 Monate nicht auf die Seite zugreifen. Hatte gestern einen Techniker da, der mir erklärte, daß sich meine Programme immer von selbst updaten und die Seite nicht mehr unterstützen. Nach Laden einer Uralt-Browser-Variante und mit endlosen Wartezeiten geht's. Man muß seeehr also wollen...

Glg
Lotte


Sonntag, 02.04.2017, 22:31

Die Faktoren Beschleunigung in allen Lebensbereichen und Lieblosigkeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen sind sehr bestimmend und bedingen Erschöpfungszustände und Suchtverhalten. Das erklärte der Leiter des Instituts für psychische Gesundheit der Sigmund Freud Privatuniversität, Michael Musalek, auf einem Symposium, von dem die OÖN berichtete.

Es scheint ja ein Paradoxon, dass uns die Beschleunigung in vielen Lebensbereichen stresst: Wir essen kürzer (Stichwort Fastfood und Coffee to go), wir schlafen nachweislich weniger als vor wenigen Jahrzehnten, die Reisezeiten sind viel kürzer und Internet und mail müssten uns eigentlich Zeit sparen helfen. Das Gegenteil ist der Fall, auch durch die ständige Erreichbarkeit, die zusätzlich stresst.

Als Konsequenz führen Psychiater vor allem Burn-out-Zustände an. Diese entsprechen der aus den 1920er- Jahren bekannten „Neurasthenie“, die damals die Folge der ersten Phase massiver Beschleunigung durch Eisenbahn und moderne Elektrizität war.

Als Ausgleich zu diesen vielfältigen Belastungen wurden schließlich freudvolle und vor allem entlastende geistige und körperliche Betätigungen empfohlen.

bildquelle: liebeisstleben.com


Sonntag, 05.02.2017, 22:42

Im schwedischen Göteborg testen einige Firmen die Sechs-Stunden-Woche. Der Versuch wird noch zwei Jahre laufen, jedoch hat sich bereits jetzt herausgestellt, daß die betroffenen Mitarbeiter glücklicher und produktiver sind. In einer Autowerkstatt z.B. wurde die Öffnungszeit ausgeweitet und damit 25 Prozent mehr Umsatz erzielt.

Damit war ausgeglichen, daß die Mitarbeiter denselben Lohn bekamen wie für die gewohnten Acht-Stunden-Tage. Die Mitarbeiter machten weniger Fehler und hatten auch einmal Gelegenheit, die Kinder von der Schule abzuholen oder selbst zu kochen.

Dieses Modell wurde nun auch bei einer zweitägigen Arbeitszeitkonferenz in Linz diskutiert. Für das Modell spricht unter anderem, daß mehr Arbeit „umverteilt“ wird. Dagegen, daß man mehr Fachkräfte benötigt, es sich nicht für alle Branchen eignet und das Problem der Finanzierung.

In der Krone kam unlängst Burnout-Prophylaxe-Trainerin Manuela Kitzmüller zu Wort, die sich besonders im Pflegebereich für dieses Modell aussprach: In Schweden war auch ein Pflegeheim einbezogen, wo Krankenstände und Ausfälle wesentlich zurückgegangen waren. Und das war „unter dem Strich“ auch volkswirtschaftlich ein Gewinn.

bildquelle: brigitte.de


Montag, 02.01.2017, 22:51

In der Bunten erschien ein Interview von Peter Plate, dem Sänger der pausierenden Band „Rosenstolz“.

Wie berichtet ist er nach langer Überforderung auf der Bühne zusammengebrochen und rechnete, so wie seine Bandkollegen, damit, nach zwei Wochen wieder „einsatzfähig“ zu sein. Während der Therapie wurde ihm aber dann klar, dass er einen kompletten Schlussstrich ziehen musste, was er schließlich auch tat. Es war auch im Nachhinein die richtige Lösung, jedoch bezeichnet er diese Eröffnung als den „traurigsten Moment seines Lebens“.

Nachdem er sein Leben komplett geändert hat, auf Pausen und Auszeiten achtet und wieder glücklich ist, nannte er Gründe:

Wenn Konzertveranstalter eine Tournee veranstalten wollen oder Plattenfirmen ein Album veröffentlichen möchten, kann man nur selbst die Notbremse ziehen. Die anderen machen es nicht für den Betroffenen.

Bei dieser Band war es gar nicht üblich, eine Krankheit auszukurieren oder eine Auszeit zu leben. (das höre ich sehr oft – man will die vorherrschende „Kultur“ nicht sabotieren). Auch wenn einem der Beteiligten klar war, dass er „auf dem Zahnfleisch“ ging. Weil es ja auch Spaß machte. Bei der letzten CD war jedoch kein Spaß mehr dabei.

Er schämte sich, seine Fans zu enttäuschen. Sein Team hängen zu lassen. Er hatte Schuldgefühle und musste sich auf seinem Weg erst einmal selbst vergeben.

Und es gehöre Mut dazu, sich und anderen einzugestehen, in einer Sackgasse zu stecken.

Schließlich erkannte er, dass auch andere Strukturen seines Lebens schon überholt waren: das Verhältnis zu seinem Partner war längst wie unter Brüdern und die Sängerin wollte eigentlich auch einmal etwas anderes machen.

Man konnte also nachvollziehen, wie schwer es für einen Betroffenen ist, die Reißleine zu ziehen und man das zeitgerecht nur selbst machen kann..

bildquelle: laut.de


Montag, 19.12.2016, 22:39

In der WOMAN-Printausgabe waren Tipps für ein weniger stressiges Weihnachtsfest zu lesen.

1) Realistisch einkaufen
Auch wenn zwei Feiertage auf uns zukommen, es ist nicht das Ende der Welt! Meist gibt es bei den Verwandten so viel zu essen, daß man ohnehin weniger Vorräte braucht. Und wenn doch, gibt es immer Tanten, die tolle Kekse auf Lager haben..

2) Feiern mit Freunden
Wie gesagt, geht am 24.12. die Welt nicht unter. Danach kann man sich viel gemütlicher treffen und noch dazu die eine oder andere Anekdote erzählen

3) Geschenkewahn ade
Es sind nicht immer die teuersten Geschenke, die am meisten Freude bereiten. Um nach dem Fest kein böses Erwachen zu erleben, am besten mit den Verwandten einen Rahmen vereinbaren. Das bewahrt außerdem vor bösen Überraschungen.

4) Es geht auch ohne Kekserl- Marathon!
Er müssen nicht immer viele Sorten in rauen Mengen sein. Einige bewährte Sorten tun es auch. Oder vom Bäcker? Dort kann man auch eine kleine Kaffeepause einlegen..

5) Last Minute
In allerletzter Minute bewähren sich selbstgemachte Geschenke oder spezielle Angebote aus dem Online-Shop

6) Locker bleiben
Perfektionismus stresst nur. Es muß nicht alles perfekt gewürzt sein oder das Kleid wie angegossen sitzen. Mit Großzügigkeit und Humor geht’s leichter..

7) Die liebe Familie..
Zumeist kommen viele Verwandte zusammen, die man das ganze Jahr nicht sieht. Da kann es auch zu Missstimmungen kommen. Die Lösung ist, Zeit für sich einzuplanen.
Man muss nicht immer aufeinanderkleben. Ein Spaziergang schafft Abstand und neue Energie.

bildquelle: stillenachtland.at